Martina Uppendahl

Bewerbungstraining & Karriereberatung


In unserem Bewerbungs- und Karriereblog mit Profi(l) 

erhalten Sie regelmäßig außergewöhnliche und spannende Fachartikel aus der Praxis. 



Auch andere finden unseren Blog "Ausgezeichnet":

Wir freuen uns über die Auszeichnung von stellenonline.de für die 

Top Blog-Posts über das Thema “Bewerbungsprozess” 2017

https://www.stellenonline.de/stellenonlinede-prasentiert-top-blog-posts-thema-bewerbungsprozess





Abonnieren Sie unseren Feed und bleiben Sie somit immer bestens informiert rund um die für Sie relevanten Themen und Fragestellungen zu Bewerbung und Karriere.




Bitte beachten Sie auch unsere Datenschutzerklärung:

Datenschutzerklärung

Herzlichst, 
Ihre Martina Uppendahl 

Neueste 5 Einträge

21.09.2018

Kommunikativ „auf Zack“! Sprache in der Globalisierung und Digitalisierung

shutterstock_1149572357.jpg

Wie werden wir mit künstlichen Intelligenzen (KI) im Beruf sprachlich umgehen (müssen) und kommunizieren? Muss sich unsere Kommunikation vollständig verändern und versachlichen? 

Da Roboter keine echten Gefühle empfinden können und nur durch die vorgenommene Programmierung in eine bestimmte Richtung agieren, wird die Durchschnitts-KI voraussichtlich eher sachlich kommunizieren. Doch was ist mit der sprachlichen Beziehungsebene, auf deren Basis sich Sympathie oder Antipathie entwickeln? In welcher Sprache werden wir perspektivisch kommunizieren? 

Abseits jeglicher KI sind aktuell im Zuge der Globalisierung und fortschreitenden internationalen Digitalisierung gute fremdsprachliche Kenntnisse hilfreich und wichtig, Tendenz steigend. Nun kommt es allerdings noch darauf an, in welchem Beruf und in welcher Branche Sie tätig sind und welche Sprachen Sie darin sprechen müssen. Nicht überall müssen Sie heute zwingend verhandlungssicheres Englisch vorweisen. Doch auch diese Tatsache ist dem Wandel unterworfen: Englisch ist vielerorts schon absoluter Standard – teilweise sogar in Berufen, in denen es zuvor auch ohne Englisch ging. Im IT Bereich kommt man ohne Englisch kaum weiter. Auch von Teamassistenten und einfachen Büromitarbeitern wird häufig schon Englisch gefordert. Am Stellenmarkt werden Sie heute nur noch wenige Stellen finden, bei denen nicht zumindest Grundkenntnisse in Englisch gefordert werden. Die Roboter der Zukunft werden vor allem im englischsprachigen Raum wie im Silicon Valley entwickelt – dem Bereich der English und digital Natives!  

Im Informationszeitalter lässt sich eine deutliche Zunahme von verwendeten Anglizismen feststellen. Oder „organisieren“ Sie noch, wo andere schon längst „managen“? Bringen Sie Kompetenzen im „Change Management“ mit oder können Sie sich dem Wandel nur schwer anpassen? Und fühlen sich fit genug bei der Berechnung Ihrer Key Performance Indicator (KPI) oder arbeiten Sie noch mit alten Kennzahlensystemen?

Roboter allerdings „pfeifen auf Englisch“, so der Standard: https://www.derstandard.de/story/2000062127065/ki-experiment-beendet-weil-bots-eigene-sprache-entwickelten

Ein bereits durch Facebook durchgeführtes Experiment mit zwei untereinander kommunizierenden Bots bewies und unterstrich diese These. Die KI entwickelten sogar eine ganz eigene Sprache untereinander, wie Fast Company hier ganz deutlich dokumentiert: https://www.fastcompany.com/90132632/ai-is-inventing-its-own-perfect-languages-should-we-let-it

Wird die Arbeitnehmerschaft der Zukunft sich dieser womöglich völlig neu entstehenden Sprache anpassen müssen? Denkbar ist dieses Szenario m.E. wohl am ehesten in einem innovativen Hightechkonzern-Umfeld. Wer dort arbeiten möchte und die Zukunft für sich sieht, sollte die Beherrschung gängiger Sprachen in jedem Falle für sich zum Standardprogramm zählen. 

Englisch ist heute noch Welt- und Geschäftssprache Nummer eins, wird vielleicht aber auch bald abgelöst werden. Weitere Sprachkenntnisse sind immer ein Vorteil. Wer grundsätzlich besser und vielseitiger gebildet ist, wird immer auch zukunftsfähigere Chancen am Arbeitsmarkt haben, das ist klar – auch jenseits vom Sprachthema. Mehr ist in diesem Bereich auch mehr:

Bewerber/ -innen mit weiteren Kenntnissen werden dort bevorzugt eingeladen und eingestellt, wo diese Kenntnisse hilfreich oder gar notwendig zur Bewältigung der Position sind. Grundsätzlich gilt doch: Je internationaler Sie arbeiten möchten und je mehr Karriere Sie machen möchten, umso wichtiger sind auch gute Sprachkenntnisse. Als Führungskraft beispielsweise kann eine überdurchschnittliche Kommunikationsfähigkeit - in der eigenen wie auch in einer anderen Sprache – gleichzeitig ein besonderer persönlicher Erfolgsfaktor sein. Hinzu sollten im Idealfall auch soziale Kompetenzen kommen, wie interkulturelle Fähigkeiten und Empathie – eine klare Abgrenzung und Heimvorteil für den Menschen – ganz im Gegensatz zur KI.

Ob Sie in der betreffenden Stelle dann tatsächlich Englisch sprechen oder verstehen müssen, ist jedoch noch einmal eine andere Frage, denn Stellenausschreibungen sind immer auch ein Transportmittel für die Kommunikation der Arbeitgebermarke nach außen (Employer Branding). Und wie bei allen Marketing-Maßnahmen wird auch hier manchmal ein bisschen beschönigt, bzw. verstärkt.  Von daher empfehle ich, sich als Bewerber/-in nicht von den oft hochgestochenen Formulierungen einschüchtern oder gar abschrecken zu lassen.

Egal in welcher Sprache wir mit KI auch kommunizieren werden - abseits des Berufslebens hilft Ihnen die englische Sprache, bzw. weitere Sprachkenntnisse in jedem Fall gut weiter: Auf Reisen im Ausland oder selbst innerhalb Deutschlands. Sprache öffnet Türen und baut Brücken zu anderen Menschen, Kulturen und Mentalitäten. Für viele Menschen eine große persönliche Bereicherung. Wenn Sie sich allein anhand sprachlicher Kompetenzen weltweit unkompliziert und frei bewegen können, trägt dies gleichermaßen auch zu einem verbesserten Selbstbewusstsein für Sie bei. Und das kann ja nur von Vorteil sein, oder?

Entscheidend für den konkreten Bezug zwischen Branche und Sprache sind die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen weltweit in Bezug auf das eigene Land. Letztlich bleibt es Ihnen selbst überlassen, die eigenen Fähigkeiten objektiv und ehrlich einzuschätzen. Fühlen Sie sich dazu nicht in der Lage, können Sie jederzeit einen Einstufungstest bei einem Fremdspracheninstitut belegen und sich zusätzliches Feedback von Personen aus dem eigenen Umfeld einholen, die Ihre Kompetenzen beurteilen können. Und bleiben Sie sprachlich „am Ball“ – vor allem auch im Umgang mit künstlichen Intelligenzen. 
Die Welt vernetzt sich mehr und mehr - wer dabei weiter lediglich in der eigenen Sprache verhaftet bleibt, wird wohl leider irgendwann das gesellschaftliche „Schlusslicht” bilden.

Martina Uppendahl - 09:52:15 @ Coaching und Karriereberatung, Human Resources | Kommentar hinzufügen

23.04.2018

Der souveräne Umgang mit einem „Problem-Lebenslauf“

IMG_3360.jpg
Nicht immer läuft alles so wie geplant im Laufe des Berufslebens und insofern auch nicht im beruflichen Werdegang. Solche Ereignisse haben letztlich immer auch Einfluss auf Ihren schriftlichen Lebenslauf. 

Die zu klärende Frage ist zunächst, wie konkret unsere moderne Arbeitswelt einen sogenannten „Problem-Lebenslauf“ definiert. Wichtig vorauszuschicken ist hier der generelle Einfluss von Subjektivität. Fragen Sie drei Personen, werden Sie dabei gelegentlich auch auf mindestens drei Meinungen treffen. Die folgenden Tatsachen können grundsätzlich einen negativen Einfluss auf den Lebenslauf nehmen und ihn bei mehreren zusammentreffenden Fakten, bzw. bei extrem ausgeprägten Ereignissen in Kombination oder einzeln zum „Problem-Lebenslauf“ mutieren lassen:

• Kurze Betriebszugehörigkeiten (z.B. unter 1,5 Jahre)
• Extrem kurze Betriebszugehörigkeiten (einige Monate)
• Kündigungen / Wechsel in der Probezeit
• Längere oder sogar lange Zeiten ohne Beschäftigung (z.B. ab 6 Monaten, bzw. auch Jahre)
• Häufige Wechsel zwischen den Abteilungen in einem Unternehmen ohne ersichtlichen Aufstieg
• Hin- und Herspringen zwischen unterschiedlichen Arbeitsbereichen oder hierarchischen Positionen in unterschiedlichen Stellen etc.

Die Liste ist lang. 

Es kann beispielsweise durchaus vorkommen, dass Sie ungewollt ein Unternehmen verlassen müssen und manchmal vielleicht auch schon früher als geplant. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Manchmal erfährt der Stelleninhaber auch nicht einmal den wahren Grund - andere Begründungen werden vorgeschoben. Häufig basiert solch ein ungeplanter Wechsel jedoch auf einer betriebsbedingten Kündigung, wenn also beispielsweise der Arbeitsplatz entfällt oder die Stelle ins Ausland verlagert wird. -In Zeiten der Prozess- und Kostenoptimierung relativ häufig vorkommend.

Natürlich entstehen so mitunter auch kurze Verweilzeiten in Unternehmen. Gelegentlich ist der Wechsel natürlich auch durch den Mitarbeiter selbst bedingt – wie bei einer Eigenkündigung - um eine andere Stelle anzutreten, weil irgendetwas an der Firma, am Vorgesetzten oder am Team nicht gepasst hat. Außerdem geschehen im Leben nun auch einmal Dinge, die sich einfach nicht planen lassen und die man nicht beabsichtigt. Ein längerer Arbeitsausfall und somit u.U. auch eine Lücke im Lebenslauf kann schließlich auch durch eine schwere Erkrankung begründet sein.

In jedem Fall steht der Bewerber mit einem oder sogar mehreren solcher Wechsel oder Kurzzeiten zwischen den Unternehmen oder mit längeren oder häufigen Zeiten ohne Beschäftigung oft vor der großen Herausforderung, den eigenen Lebenslauf trotzdem optimal „verkaufen“ zu müssen. -Nämlich spätestens dann, wenn es ins Vorstellungsgespräch geht. 
Wie nun aber verhalten Sie sich grundsätzlich bei gleichbleibender Souveränität mit solch einem „Problem-Lebenslauf“? Wie gelingt die Formulierung einer dazu passenden Bewerbungsstrategie und wie stellen Sie den Lebenslauf strukturell auf dem Papier dar, damit er auch weiterhin und zukünftig Anklang beim Leser findet?

Denken Sie an Ihre Festplatte: Auch diese sollte hin und wieder defragmentiert werden. Ebenso sollten Sie mit den einzelnen Puzzleteilen Ihrer Berufstätigkeit umgehen. Grundsätzlich ist jede Situation anders und zunächst immer individuell zu prüfen, bevor eine konkrete Strategie dazu entwickelt wird. Es passt eben gerade bei diesem Thema nicht alles für jeden und jede Situation – besondere Überlegungen müssen jeweils angestellt werden.

Manchmal lassen sich viele Kurzstationen thematisch einfach gut und schlüssig zusammenfassen. Eine andere Möglichkeit besteht auch darin, den Lebenslauf nach Themen oder Berufsfeldern aufzubauen – abseits des gewohnten Aufbaus. Kurze Zeiten ohne Beschäftigung (bis zu zwei, drei Monaten) gelten nicht zwangsläufig als „Lücke“ und müssen daher auch nicht unbedingt benannt werden. Es ist nicht immer davon auszugehen, dass man nahtlos von Stelle zu Stelle gelangt. 

Vielleicht aber waren Sie auch sehr lange in einem einzigen Unternehmen und hatten darin unterschiedliche Stellen? Dann stellen Sie doch einfach mal den Gesamtzeitraum in dem Unternehmen als eine Position in Ihrem beruflichen Werdegang dar – so wird die Gesamtdauer wesentlich transparenter und ist für den Leser schneller zu erkennen.

In jedem Falle sollten Sie jedoch selbstbewusst bleiben – schriftlich und in der mündlichen Präsentation - und möglichst dicht an der Wahrheit. Allerdings ist auch festzustellen, dass die volle Wahrheit nicht immer gut ankommt, bzw. einem Kandidaten auch dauerhaft im Wege stehen kann. 

Hand aufs Herz: Welches Unternehmen stellt beispielsweise einen Kandidaten ein, der offen und ehrlich zugibt an einer schweren psychischen Erkrankung zu leiden, die auch den Arbeitsalltag beeinflussen kann? Wird in solch einem Fall nicht doch eher geprüft, ob es evtl. noch einen anderen Kandidaten gibt, der „noch besser passt“? Leider wird das häufig der Fall sein – vor allem der Leistungsgesellschaft geschuldet, in der wir uns alle zusammen bewegen. 

Allerdings gibt es natürlich immer auch positive Gegenbeispiele. 

Jeder Bewerber muss auf jeden Fall für sich abwägen, wie offen und ehrlich er oder sie sich präsentieren kann und möchte. Es kann aber auch ratsam sein, gerade ganz bewusst offen und ehrlich mit einer solchen Herausforderung umzugehen. Denn nur so werden Sie letztendlich erfahren, in welchem Unternehmen und in welchem Umfeld Ihr „Thema“ eine untergeordnete Rolle spielt und stattdessen Wert auf Ihre Persönlichkeit und Ihre Arbeitsleistung gelegt wird. 

Bleiben Sie immer authentisch und verbiegen Sie sich nicht – auch wenn es einmal unangenehm wird. Es wird sich immer ein Umfeld finden, in das Sie optimal hineinpassen und in dem Sie wertgeschätzt werden. 

Das Wichtigste bleibt dabei Ihr Selbstwertgefühl, Ihr Durchhaltevermögen und Ihre Zuversicht. 

Herzlichst Ihre
Martina Uppendahl

Martina Uppendahl - 09:08:13 @ Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräch, Coaching und Karriereberatung, Human Resources | Kommentar hinzufügen

24.10.2017

Wie der Umgang mit Bewerbern über den langfristigen Erfolg zur Bildung einer optimalen Arbeitgebermarke entscheidet

Handschlag.jpg

„Employer Branding“ – die Bildung einer Arbeitgebermarke zur Gewährleistung einer nachhaltig positiven Wahrnehmung des Unternehmens nach innen und nach außen hin – wird häufig diskutiert und ist heute bereits ein weit verbreitetes Thema in Personalkreisen.
 
Dabei sind sich die meisten Unternehmen darüber einig, dass insbesondere in Zeiten des „Fachkräftemangels“ der Stellenwert eines optimalen Unternehmensauftritts steigt und künftig noch weiter an Relevanz gewinnen wird, um qualifizierte Bewerber emotional an sich binden zu können. Damit soll eine kontinuierliche Versorgung mit gut ausgebildetem Personal sichergestellt werden, um den gleichzeitig steigenden Marktanforderungen an Unternehmen auch weiterhin gerecht werden zu können.
 
Personalverantwortliche und Recruiter, die den Bewerbungsprozess gestalten und die für die erwähnte Zielerreichung verantwortlich sind, prägen in diesem Zusammenhang entscheidend das Erscheinungsbild, welches der (potentielle) Bewerber nach außen hin wahrnimmt.
 
Soweit – so klar.
 
Doch an dieser Stelle verwundert es umso mehr, weshalb es noch immer Unternehmen und Personaldienstleister gibt, die sich konträr verhalten, bzw. ein anderes Bild vermitteln:
 
1.    Qualität der Stellenausschreibungen
 
Immer wieder finde ich Stellenausschreibungen mit Rechtschreibfehlern. Wenn doch Bewerber, die in ihren eigenen Bewerbungsunterlagen Fehler haben, schnell auf dem „Absagestapel“ landen – warum also sollte ich mich als Bewerber dann für ein Unternehmen entscheiden, welches nicht fehlerfrei formuliert? Sollte nicht auch auf Unternehmensseite die Genauigkeit der eigenen Unterlagen wichtiger genommen werden? Ein 4-Augen-Prinzip bei der Durchsicht reicht bereits, um hier Abhilfe zu schaffen.
 
2.    Qualität des Bewerbermanagements
 
An den Bewerber werden ebenfalls hohe Anforderungen dahingehend gestellt, dass er/sie möglichst immer den/die richtige/n Ansprechpartner/in mit dem Anschreiben anspricht und den jeweiligen Bewerbungskanal wählt, der seitens des Unternehmens laut Ausschreibung bevorzugt wird, denn dies ist Wertschätzung!
 
Hingegen ist allgemein festzustellen, dass die klassische Eingangsbestätigung einer Bewerbung via E-Mail scheinbar mehr und mehr „aus der Mode“ gerät. Immer mehr Klienten berichten, dass sie nicht einmal eine solche erhalten hätten. Neben der Frage ob die eigene Bewerbung überhaupt angekommen ist, stellt sich der Bewerber in diesen Fällen die viel relevantere Frage, ob das die Art von Wertschätzung ist, die ihm/ihr grundsätzlich auch später im Unternehmen entgegengebracht werden wird.
 
Nur am Rande erwähnt seien hier doppelte Eingangsbestätigungen oder gar Absagen nach mehreren Monaten, ohne dass jemals zuvor eine Bestätigung oder ein Zwischenbescheid versandt wurde.
 
3.    Qualität der Vorstellungsgespräche
 
Eingeladene Kandidaten müssen pünktlich sein, dem Anlass entsprechend gekleidet, gut vorbereitet, hoch motiviert und sprachlich eloquent sein. Und das Unternehmen?
Hier exemplarisch nur ein paar Beispiele, die ich nur in den letzten drei Wochen von Bewerbern genannt bekam:
 
-    Ein Geschäftsführer, der das Gespräch allein führen wollte und dann fast 60 Minuten später erschien. Während dieser Zeit ließ man den Kandidaten allein in einem Raum ohne Getränk und ohne weitere Information sitzen
 
-    Zwei Personalverantwortliche von denen eine Person im Gespräch permanent Kaugummi kaute, die andere offen über den Kollegen lästerte, der zuvor das Wasser gebracht hatte
 
-    Häufig unvorbereitete Gesprächsteilnehmer, die nicht einmal den Lebenslauf des Bewerbers gelesen hatten
 
-    Die Person am Empfang teilt dem Kandidaten mit, er solle nun zum Gespräch gehen und mit dem Lift in den 3. Stock fahren. Oben angekommen holte man ihn jedoch nicht ab, so dass er erst einmal allein durch die Gänge irrte, bis jemand ihn dann „einsammelte“
 
-    Eine andere Klientin berichtete von einem Abteilungsleiter, der sehr negativ und voreingenommen ihren Werdegang verbal „zerpflückte“, um ihr noch im Gespräch eine Absage zu erteilen. Frage: Kann man sich in diesem Fall nicht gegenseitig die Zeit für ein Gespräch von Anfang an ersparen?
 
Etc.
 
Natürlich handelt es sich hier jeweils nur um Einzelfälle. Doch die Reaktion auf Kandidatenseite war die gleiche: „Ich bin froh über die Absage!“ oder „Dort hätte ich sowieso nicht anfangen wollen.“
 
Daher die Frage:

Können (und wollen) wir als Entscheider und Personalverantwortliche uns in diesen Zeiten derartige Vorgehensweisen noch „leisten“?

Martina Uppendahl - 16:33:40 @ Vorstellungsgespräch, Human Resources | Kommentar hinzufügen