Martina Uppendahl

Bewerbungstraining & Karriereberatung

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  • Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl – vor allem wenn es um die Wahl Ihres Arbeitgebers geht!
  • Unerreichbare Karriereziele gibt es nicht
  • Der souveräne Umgang mit einem „Problem-Lebenslauf“
  • Die Digitalisierung im Bewerbungsprozess erfordert umso mehr Persönlichkeit - haben Sie Mut und entzünden Sie Ihr Feuer!
  • Von der Relevanz der Inneren Stärke in Zeiten der Arbeitslosigkeit

10.08.2018

Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl – vor allem wenn es um die Wahl Ihres Arbeitgebers geht!

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„Frisches Obst, kostenlose Getränke, Arbeitsplatz im Loft mit Traumblick, Top Arbeitgeber des Jahres und Firmenevents mit Tischkicker und Grillung an Freitagen“ – so oder so ähnlich locken hippe Unternehmen heutzutage potenzielle neue Mitarbeiter im Rahmen des „Employer Brandings“, denn wir haben ja den häufig propagierten Fachkräftemangel und gute Mitarbeiter zu finden ist eben schwer. Da muss man als Firma schon etwas bieten!

Ja – das ist wohl richtig, ABER:

Was sind all die genannten Anreize und Benefits noch wert, wenn es doch im Kern des Unternehmens nicht stimmt? Wie auch in anderen Lebensbereichen, so erscheint die Fassade häufig optimal und geradezu perfekt zu sein. Doch wesentlich interessanter ist es doch, auch mal einen Blick dahinter zu werfen. 

Und ob es im Herzen des Unternehmens eben „stimmt“ oder nicht – genau das gilt es herauszufinden – durch Sie als Bewerber/-in. 

Um zu erkunden, ob das Unternehmen auch hinsichtlich der „weichen Faktoren“ zu Ihnen passt ist essentiell, um Ihnen eine langfristige und tiefgehende Arbeitszufriedenheit zu gewährleisten. Unter diesen „weichen Faktoren“ versteckt sich die Unternehmenskultur der Firma, also wie der Umgang miteinander gestaltet wird und auf welchen Werten das Denken und Handeln der Angestellten und Führungskräfte im Unternehmen basiert. Hier gibt es sehr große Unterschiede:

Es fängt bereits damit an, ob eine Duz- oder eine Siez Kultur gelebt wird. Fragen Sie sich dazu doch mal selbst, ob Sie Ihren Chef lieber mit „Du“ oder „Sie“ ansprechen möchten. Und möchten Sie anders herum von Ihrem Chef lieber geduzt oder gesiezt werden? Darüber hinaus können Ihnen die folgenden 7 Fragen genauer Aufschluss darüber geben, ob Sie sich im betreffenden Unternehmen rein menschlich gesehen „zu Hause“ fühlen könnten oder nicht:

1. Wie läuft die Zusammenarbeit im Team ab? Gibt es regelmäßige Besprechungen und Feedbacks?

2. Welcher Führungsstil wird im Unternehmen bevorzugt und wie wird dieser umgesetzt?

3. Wie geht man in der Firma mit Problemen, Fehlern oder mit Kritik um?

4. Welches Verständnis haben die Führungskräfte in Bezug auf Information und Kommunikation zu den Mitarbeitern?

5. Welche Werte sind wichtig? Gibt es eine Vision?

6. Wie stellt sich das Unternehmen den/die neue(n) Mitarbeiter/ -in vor?

7. Welche Organisationsform hat das Unternehmen und an welcher Stelle ist die betreffende Stelle „aufgehängt“?

Nur wer „andere“ Fragen wie diese 7 genannten Fragen im Vorstellungsgespräch stellt, hat auch die Chance, „andere“ Antworten zu erhalten! Seien Sie also mutig und holen Sie sich wichtige Informationen aus dem Gespräch heraus, so dass Sie sich ein gutes Bild vom Miteinander machen können. Natürlich sollen Sie auch gebotene Anreize und Benefits wie eingangs beschrieben mit in Ihre Überlegungen zur Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber einbeziehen, aber eben nicht ausschließlich!

Unterschätzen Sie nicht die Wichtigkeit, den passenden Arbeitgeber auch auf menschlicher Ebene zu finden!

Ansonsten gibt es meistens das „böse Erwachen“ im Laufe der Probezeit und es besteht die Gefahr, dass es einfach nicht passt. Eine Probezeit-Kündigung ist häufig die Folge unterschiedlicher Ansichten und Verhaltensweisen. 

Diese frühzeitige Trennung ist für beide Seiten unschön und für Sie als Bewerber/-in vor allem auch im späteren Verlauf schwierig, denn kurze Stationen haben immer einen eher negativen Einfluss auf den Lebenslauf und auf zukünftige Bewerbungsgespräche. Dort müssen Sie sich dann (erneut) für die Probezeit-Kündigung rechtfertigen und man wird Sie darin mit Fragen quälen, wie es denn dazu kam, denn auch der neue Arbeitgeber möchte keine Mitarbeiter/-innen während der ersten 6 Monate kündigen oder von Ihnen eine Kündigung erhalten.

Wollen Sie das?

Vorsicht ist auch bei der Eigenkündigung geboten, um keine Nachteile bei der Agentur für Arbeit zu erhalten, wie eine Sperre beim Bezug von Arbeitslosengeld. Auch sollten Sie triftige Gründe anführen können, was Sie zu einer Kündigung bewogen hat. Zukünftige Firmen wollen auch hier auf „Nummer sicher“ gehen und werden Sie dazu intensiv befragen, um solche Szenarien zu vermeiden. 

Sind Sie souverän genug dafür?

Auch ist Vorsicht geboten, zu schnell einen neuen Arbeitgeber in den sozialen Netzwerken, wie XING oder LinkedIn zu präsentieren. Stolz über eine neue Stelle in einer wohlklingenden großen Firma neigen Sie verständlicherweise dazu, direkt in den ersten Arbeitstagen Ihre Social Media Profile zu aktualisieren. 

Auch in diesem Falle kann Ihnen eine Kündigung während der Probezeit ziemlich unbequem „auf die Füße fallen“, denn Sie hatten die tolle neue Stelle ja bereits überall kommuniziert. Jetzt werden Sie sicherlich auch überall begründen müssen, warum Sie nur so kurz dort waren, wenn es doch solch eine tolle Firma ist und Ihre Stelle so verantwortungsvoll. 

Ist es Ihnen das wert? Oder wollen Sie mit dem Eintrag lieber noch ein paar Monate warten?

Ärgerlich und mühsam ist es auch, während der Probezeit weitere Bewerbungen schreiben zu müssen und parallel zur meist mit Aufgaben prall gefüllten Arbeitszeit an weiteren Vorstellungsgesprächen teilnehmen zu müssen. Dies bedeutet für Sie eine klare Doppelbelastung. Und wenn die Situation sowieso schon nicht so rosig ist, sollte es Ihnen trotzdem gelingen, bei Gesprächen voll motiviert und überzeugend anzutreten.

Können Sie das?

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet.
Der Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang.“

Aus/von: Das Lied von der Glocke (Gedicht), Friedrich Schiller

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen immer die richtige Wahl – auf all Ihren Wegen! Vertrauen Sie dabei vor allem immer auch auf Ihr Bauchgefühl. 

Herzlichst, Ihre 
Martina Uppendahl

Martina Uppendahl - 10:37:15 @ Coaching und Karriereberatung | Kommentar hinzufügen

14.05.2018

Unerreichbare Karriereziele gibt es nicht

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Viele Menschen stehen beruflich an einer anderen Stelle als wo sie eigentlich stehen möchten. Unerfüllte Träume machen auf Dauer unzufrieden. Von dieser nagenden Unzufriedenheit Betroffene resignieren irgendwann und geben das Streben nach der beruflichen Erfüllung auf, da sie mitunter immer wieder enttäuscht wurden und einfach nicht weiterkommen. -Sie verfolgen stattdessen Ziele in anderen Lebensbereichen, die sie für sich als umsetzbar und erreichbar erachten. Häufig werden diese Ziele jedoch zu niedrig angesetzt. 

„Dienst nach Vorschrift“, Unter- oder Überforderung, Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankungen und am Ende auch physische Krankheiten sind dann oft die schwerwiegenden Konsequenzen des Aufgebens oder des Eingestehens des eigenen Scheiterns oder scheinbaren Unzulänglichkeit. 

Das ist sehr schade! 

Mit der eigenen Persönlichkeit Grenzen überwinden
Dabei lohnt es sich durchaus, seine Ziele zu konkretisieren und konsequent zu verfolgen. Nur wer auch langfristig gesehen genug Durchhaltevermögen besitzt und psychisch mit der richtigen Portion Resilienz, also innerer Stärke ausgestattet ist, den Glauben an die eigene Zielerreichung nicht verliert und eine positive Grundeinstellung hat, kann das scheinbar Unmögliche häufig tatsächlich auch realisieren. 

Aber wie kann dies funktionieren? 

Was unterscheidet solche Menschen von anderen, die keine echten Ziele haben oder ihre Ziele gar nicht erst weiterverfolgen?

Hierzu sollte zunächst nach den tatsächlichen Gründen und Ursachen geforscht werden, die zu einer Abkehr von den eigenen Vorstellungen führt. Diese Gründe liegen oft in der Person des Betroffenen, natürlich in Kombination mit den individuell gemachten Erfahrungen im Laufe des beruflichen Werdeganges.

Die Negativspirale durchbrechen
Berufliche Fehlschläge – beispielsweise eine Kündigung durch den Arbeitgeber – vor allem schon in der Probezeit, jegliche Form der Diskriminierung, des sozialen Ausschlusses oder im Extremfall echtes Mobbing (durch den Vorgesetzten, durch Kolleginnen und Kollegen) oder schlichtweg persönliches soziales Fehlverhalten, das erlebt wurde – werden über Jahre hinweg auf der „emotionalen Festplatte“ gespeichert. Das Selbstbewusstsein sinkt immer weiter, negative Ereignisse potenzieren sich über die Jahre unvermeidlich.

Die Abwärtsspirale der Selbstachtung ist schnell erreicht. 

Doch wir können diese Negativspirale durchbrechen!  

Ein möglicher Ausweg:
Wichtig für den ersten Schritt hinaus aus dem ganzen Dilemma ist es, für sich zunächst einen konkreten Zeitpunkt zu definieren, an dem wir zu uns selbst sagen können: „Ab heute ist Schluss damit! Ab sofort kümmere ich mich vor allem um meine eigenen Belange und „hole“ mir den Job, der mir zusteht und den ich schon so lange verdient habe!“

Solche Aussagen mögen zunächst recht brachial erscheinen und beängstigend für so manch eine zarte Seele, doch bewirkt dieser innere Weckruf an sich selbst oft wahre Wunder:

Die eigenen Ressourcen werden gebündelt. Körper und Geist kommen in Aufbruchstimmung. Aktivität setzt ein. 

Frust und Enttäuschung werden in positive Energie umgewandelt, mit deren Hilfe wir in die notwendigen Aktionen gehen können. Vielleicht finden wir ja auch unsere ganz eigene Strategie, um die notwendige Kraft dazu zu entwickeln. Wichtig ist jedoch, dass wir diese entwickeln! Und dann stehen uns auch schon alle Türen offen. 

Klingt einfach? -Ist es auch.

Befassen wir uns intensiv mit uns selbst: Welche Stärken haben wir und welche Fachkompetenzen und vor allem wo wollen wir denn eigentlich hin? Wie definieren wir unser Karriereziel, wie unsere Teilziele? Wie definieren wir eigene Werte?

Je genauer wir uns unser Ziel bildlich vorstellen können, umso leichter wird es für uns auch erreichbar sein. 

Und so funktioniert es mit der Zielerreichung:
Erst wenn das konkrete Ziel definiert werden kann, macht es Sinn, sich mit der Strategie – also dem Weg dorthin – zu beschäftigen. Versuchen wir unser Ziel als eigenes Projekt zu betrachten und dies in kleinere Teile herunterzubrechen, denn Teilziele sind leichter erreichbar. Bleiben wir strukturiert und machen wir uns schriftliche Aufzeichnungen dazu. Visualisieren wir möglichst alle notwendigen Teilschritte. Holen wir uns ggf. auch Rat von Experten dazu, wie z.B. von einem Karriereberater und nutzen jegliche Form der Weiterbildung, falls uns wichtige Qualifikationen oder Abschlüsse fehlen. Besorgen wir uns all die notwendigen Ressourcen, die dazu notwendig sind! 

Und dann geht es auch schon los!

Lassen wir uns auf unserem Weg nicht von den Meinungen anderer abbringen – egal um wessen Meinung es auch geht. Hören wir uns mögliche Kritik an und beurteilen diese sachlich hinsichtlich ihrer Angemessenheit. Passen wir unsere Ziele ggf. an. Auch sich verändernde Situationen und Unerwartetes muss in unserer Planung berücksichtigt werden. Bleiben wir flexibel und suchen wir vorab nach möglichen Handlungsalternativen für auftretende Schwierigkeiten. 

Am Ende ist die praktische Umsetzung und der eigene Wille von zentraler Bedeutung: Wer sich gar nicht erst traut etwas auszuprobieren, sollte vielleicht gar nicht erst starten. Wer Angst hat in die falsche Richtung zu laufen, sollte besser „zu Hause“ bleiben. Wer sich für nichts entscheiden kann, sollte weiterhin mit der Vielzahl der Möglichkeiten beschäftigt bleiben. 

Aber die Zeit ist reif - setzen wir uns doch auch einmal für uns selbst ein, anstatt immer nur für andere! Ansonsten wird es wohl eher wenige Personen geben, die uns dies abnehmen werden.

Fokussieren wir uns auf das was wir wirklich erreichen wollen. Setzen wir auf eine hohe Selbstmotivation, einen starken inneren Antrieb und auf eine positive Grundeinstellung. Halten wir uns informiert und beschaffen uns notwendige Ressourcen. 

Dabei wünsche ich uns allen viel Erfolg und die richtige Portion Mut.

Herzlichst, Ihre 
Martina Uppendahl

Martina Uppendahl - 13:16:22 @ Coaching und Karriereberatung | Kommentar hinzufügen

23.04.2018

Der souveräne Umgang mit einem „Problem-Lebenslauf“

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Nicht immer läuft alles so wie geplant im Laufe des Berufslebens und insofern auch nicht im beruflichen Werdegang. Solche Ereignisse haben letztlich immer auch Einfluss auf Ihren schriftlichen Lebenslauf. 

Die zu klärende Frage ist zunächst, wie konkret unsere moderne Arbeitswelt einen sogenannten „Problem-Lebenslauf“ definiert. Wichtig vorauszuschicken ist hier der generelle Einfluss von Subjektivität. Fragen Sie drei Personen, werden Sie dabei gelegentlich auch auf mindestens drei Meinungen treffen. Die folgenden Tatsachen können grundsätzlich einen negativen Einfluss auf den Lebenslauf nehmen und ihn bei mehreren zusammentreffenden Fakten, bzw. bei extrem ausgeprägten Ereignissen in Kombination oder einzeln zum „Problem-Lebenslauf“ mutieren lassen:

• Kurze Betriebszugehörigkeiten (z.B. unter 1,5 Jahre)
• Extrem kurze Betriebszugehörigkeiten (einige Monate)
• Kündigungen / Wechsel in der Probezeit
• Längere oder sogar lange Zeiten ohne Beschäftigung (z.B. ab 6 Monaten, bzw. auch Jahre)
• Häufige Wechsel zwischen den Abteilungen in einem Unternehmen ohne ersichtlichen Aufstieg
• Hin- und Herspringen zwischen unterschiedlichen Arbeitsbereichen oder hierarchischen Positionen in unterschiedlichen Stellen etc.

Die Liste ist lang. 

Es kann beispielsweise durchaus vorkommen, dass Sie ungewollt ein Unternehmen verlassen müssen und manchmal vielleicht auch schon früher als geplant. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Manchmal erfährt der Stelleninhaber auch nicht einmal den wahren Grund - andere Begründungen werden vorgeschoben. Häufig basiert solch ein ungeplanter Wechsel jedoch auf einer betriebsbedingten Kündigung, wenn also beispielsweise der Arbeitsplatz entfällt oder die Stelle ins Ausland verlagert wird. -In Zeiten der Prozess- und Kostenoptimierung relativ häufig vorkommend.

Natürlich entstehen so mitunter auch kurze Verweilzeiten in Unternehmen. Gelegentlich ist der Wechsel natürlich auch durch den Mitarbeiter selbst bedingt – wie bei einer Eigenkündigung - um eine andere Stelle anzutreten, weil irgendetwas an der Firma, am Vorgesetzten oder am Team nicht gepasst hat. Außerdem geschehen im Leben nun auch einmal Dinge, die sich einfach nicht planen lassen und die man nicht beabsichtigt. Ein längerer Arbeitsausfall und somit u.U. auch eine Lücke im Lebenslauf kann schließlich auch durch eine schwere Erkrankung begründet sein.

In jedem Fall steht der Bewerber mit einem oder sogar mehreren solcher Wechsel oder Kurzzeiten zwischen den Unternehmen oder mit längeren oder häufigen Zeiten ohne Beschäftigung oft vor der großen Herausforderung, den eigenen Lebenslauf trotzdem optimal „verkaufen“ zu müssen. -Nämlich spätestens dann, wenn es ins Vorstellungsgespräch geht. 
Wie nun aber verhalten Sie sich grundsätzlich bei gleichbleibender Souveränität mit solch einem „Problem-Lebenslauf“? Wie gelingt die Formulierung einer dazu passenden Bewerbungsstrategie und wie stellen Sie den Lebenslauf strukturell auf dem Papier dar, damit er auch weiterhin und zukünftig Anklang beim Leser findet?

Denken Sie an Ihre Festplatte: Auch diese sollte hin und wieder defragmentiert werden. Ebenso sollten Sie mit den einzelnen Puzzleteilen Ihrer Berufstätigkeit umgehen. Grundsätzlich ist jede Situation anders und zunächst immer individuell zu prüfen, bevor eine konkrete Strategie dazu entwickelt wird. Es passt eben gerade bei diesem Thema nicht alles für jeden und jede Situation – besondere Überlegungen müssen jeweils angestellt werden.

Manchmal lassen sich viele Kurzstationen thematisch einfach gut und schlüssig zusammenfassen. Eine andere Möglichkeit besteht auch darin, den Lebenslauf nach Themen oder Berufsfeldern aufzubauen – abseits des gewohnten Aufbaus. Kurze Zeiten ohne Beschäftigung (bis zu zwei, drei Monaten) gelten nicht zwangsläufig als „Lücke“ und müssen daher auch nicht unbedingt benannt werden. Es ist nicht immer davon auszugehen, dass man nahtlos von Stelle zu Stelle gelangt. 

Vielleicht aber waren Sie auch sehr lange in einem einzigen Unternehmen und hatten darin unterschiedliche Stellen? Dann stellen Sie doch einfach mal den Gesamtzeitraum in dem Unternehmen als eine Position in Ihrem beruflichen Werdegang dar – so wird die Gesamtdauer wesentlich transparenter und ist für den Leser schneller zu erkennen.

In jedem Falle sollten Sie jedoch selbstbewusst bleiben – schriftlich und in der mündlichen Präsentation - und möglichst dicht an der Wahrheit. Allerdings ist auch festzustellen, dass die volle Wahrheit nicht immer gut ankommt, bzw. einem Kandidaten auch dauerhaft im Wege stehen kann. 

Hand aufs Herz: Welches Unternehmen stellt beispielsweise einen Kandidaten ein, der offen und ehrlich zugibt an einer schweren psychischen Erkrankung zu leiden, die auch den Arbeitsalltag beeinflussen kann? Wird in solch einem Fall nicht doch eher geprüft, ob es evtl. noch einen anderen Kandidaten gibt, der „noch besser passt“? Leider wird das häufig der Fall sein – vor allem der Leistungsgesellschaft geschuldet, in der wir uns alle zusammen bewegen. 

Allerdings gibt es natürlich immer auch positive Gegenbeispiele. 

Jeder Bewerber muss auf jeden Fall für sich abwägen, wie offen und ehrlich er oder sie sich präsentieren kann und möchte. Es kann aber auch ratsam sein, gerade ganz bewusst offen und ehrlich mit einer solchen Herausforderung umzugehen. Denn nur so werden Sie letztendlich erfahren, in welchem Unternehmen und in welchem Umfeld Ihr „Thema“ eine untergeordnete Rolle spielt und stattdessen Wert auf Ihre Persönlichkeit und Ihre Arbeitsleistung gelegt wird. 

Bleiben Sie immer authentisch und verbiegen Sie sich nicht – auch wenn es einmal unangenehm wird. Es wird sich immer ein Umfeld finden, in das Sie optimal hineinpassen und in dem Sie wertgeschätzt werden. 

Das Wichtigste bleibt dabei Ihr Selbstwertgefühl, Ihr Durchhaltevermögen und Ihre Zuversicht. 

Herzlichst Ihre
Martina Uppendahl

Martina Uppendahl - 09:08:13 @ Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräch, Coaching und Karriereberatung, Human Resources | Kommentar hinzufügen